Wachsgerüste sind provisorische Konstruktionen, die bei der Herstellung von Voll- und Teilprothesen zum Einsatz kommen. Sie sind keine eigentlichen Zahnprothesen, sondern ein entscheidender Schritt im Herstellungsprozess.
Wozu dient ein Wachsrand?
Dieses Prothesenwerkzeug erfüllt drei Zwecke: die Bestimmung der Position und Anordnung der künstlichen Zähne, die Überprüfung der korrekten Kieferausrichtung und des Bisses sowie die Beurteilung der Ästhetik der Prothese vor der Fertigstellung.

Warum sind Wachsränder wichtig?
Wachsränder spielen bei der Okklusionskorrektur im Rahmen der Prothesenherstellung eine entscheidende Rolle. Sie dienen als diagnostisches und therapeutisches Hilfsmittel und helfen Zahnärzten dabei, für den Patienten einen optimalen Biss und eine optimale Kieferfunktion zu erreichen.
Eine der wichtigsten Funktionen von Wachsrändern besteht darin, die Ausrichtung der Kiefer zu überprüfen. Die Bestätigung der korrekten vertikalen Okklusionsdimension (VOD) und der Beziehung zwischen Ober- und Unterkiefer gewährleistet eine einwandfreie Beiß- und Kaufunktion. Der Wachsrand bietet zudem eine stabile Basis für die endgültige Prothese und verhindert, dass diese im Mund verrutscht.
Auf diese Weise können Patienten in den Prozess der Prothesenanfertigung einbezogen werden. Sie können Feedback zum Aussehen der Prothese geben, einschließlich der Lachlinie, der Lippenunterstützung und der allgemeinen Gesichtsästhetik.
Der Arbeitsablauf für den Bissrand
Es gibt zwei verschiedene Methoden, um Wachsränder zu erstellen: die analoge und die digitale. Schauen wir uns den Arbeitsablauf beider Methoden einmal an.
Der Arbeitsablauf beim analogen Bite-Rim
Der Arbeitsablauf bei der Herstellung analoger Bissränder umfasst mehrere Schritte zur Anfertigung und Verwendung von Wachsrändern für die präzise Herstellung von Zahnersatz. Hier eine detaillierte Übersicht:
- Schritt 1: Vorbereitung
- Abformungen: Nehmen Sie Abformungen des Ober- und Unterkiefers des Patienten vor, um Arbeitsmodelle anzufertigen.
- Aufnahmen der Kieferposition: Je nach den Bedürfnissen des Patienten sollten die Kieferpositionen mithilfe von Methoden wie der Gesichtsbogenübertragung oder der visuellen Analyse erfasst werden.
- Befestigung der Studienabdrücke: Befestigen Sie den oberen und unteren Studienabdruck entsprechend der erfassten Kieferstellung auf einem Artikulator.
- Schritt 2: Herstellung der Grundplatte
- Wählen Sie vorgefertigte Basisplatten aus: Wählen Sie geeignete Basisplatten entsprechend der Kiefergröße und der Kieferkamm-Anatomie des Patienten aus.
- Grundplatten zuschneiden und anpassen: Schneiden Sie die Grundplatten so zu, dass sie sich dem Zahnfleisch des Patienten anpassen, und passen Sie sie für eine korrekte Ausdehnung und Randformung an.
- Grundplatten erwärmen und anpassen: Erwärmen Sie die Grundplatten und passen Sie sie an das Zahnfleisch des Patienten an, um einen bequemen und präzisen Sitz zu gewährleisten.
- Schritt 3: Anfertigung des Wachsrandes
- Wachs auf die Grundplatten auftragen: Tragen Sie eine dünne Schicht weiches Wachs auf die Grundplatten auf und achten Sie dabei auf eine gleichmäßige Verteilung und eine angemessene Dicke.
- Formen Sie die Wachsränder: Formen Sie die Wachsränder so, dass sie die gewünschte Form und Kontur des Zahnfleisches und der Lippen ergeben, wobei Sie sowohl ästhetische als auch funktionelle Aspekte berücksichtigen.
- Festlegen der vertikalen Dimension: Passen Sie die vertikale Okklusionsdimension (VDO) an, indem Sie die Wachsränder anhand der Messwerte und des Rückmeldes des Patienten vertikal anpassen.
- Schritt 4: Zahnpositionierung
- Zähne auswählen und anordnen: Wählen Sie geeignete künstliche Zähne anhand von Größe, Farbe und Form aus.
- Zähne auf den Wachsrändern positionieren: Ordnen Sie die Zähne in der gewünschten Position und Neigung auf den Wachsrändern an und achten Sie dabei auf korrekten Sitz und Biss.
- Beurteilen Sie Ästhetik und Funktion: Prüfen Sie die Lächellinie, den Lippenhalt und die Gesamtästhetik – und nehmen Sie bei Bedarf Anpassungen an der Zahnstellung und der Form des Wachsrandes vor.
- Schritt 5: Bissregistrierung
- Weisen Sie den Patienten an: Bitten Sie den Patienten, sanft, aber fest auf die Wachsränder zu beißen, um den Biss abzufassen.
- Bissregistrierung überprüfen: Auf okklusale Fehlstellungen oder vorzeitige Kontakte prüfen und die Wachsränder entsprechend anpassen.
- Befestigen Sie die Bissregistrierung: Kühlen Sie die Wachsränder ab und fixieren Sie sie in einer stabilen Position für den Transport zum Dentallabor.
- Schritt 6: Laborbearbeitung
- Vorbereitung der Abdrücke: Der Zahntechniker bereitet die Abdrücke vor und montiert sie anhand der Bissregistrierung auf einem Artikulator.
- Herstellung des Zahnersatzes: Der Zahntechniker fertigt die endgültige Prothesenbasis an und setzt die Zähne entsprechend der Wachsrandaufstellung ein.
- Endbearbeitung und Polieren: Der Zahntechniker nimmt die Endbearbeitung und das Polieren der Prothese vor, nachdem er sich von der korrekten Passform, der Ästhetik und der Kaufunktion überzeugt hat.
- Schritt 7: Lieferung und Anpassungen
- Anpassung der Prothese: Setzen Sie die fertige Prothese beim Patienten ein und beurteilen Sie den Sitz, den Tragekomfort und die Ästhetik.
- Okklusale Anpassungen: Passen Sie die Okklusion bei Bedarf an, um eine optimale Kaufunktion und den Komfort des Patienten zu gewährleisten.
- Anweisungen für den Patienten: Geben Sie dem Patienten Anweisungen zur Pflege und Wartung der Zahnprothese.
Der analoge Arbeitsablauf mit Abformrand war jahrelang die beste Methode, doch dank der Fortschritte in der Digitaltechnik bieten sich zunehmend alternative Arbeitsabläufe an, die potenzielle Vorteile in Bezug auf Genauigkeit, Effizienz und Patientenerlebnis mit sich bringen. Das bringt uns zu…
Der digitale Arbeitsablauf für den Bissrand
Der digitale Arbeitsablauf für den Rand ist wesentlich schneller. Schauen wir uns den Ablauf einmal an.
- Erstellen Sie intraorale Scans des Ober- und Unterkiefers
- Wählen Sie den Zahnbogen (oder die Zahnbögen) aus, für den (die) eine Vollprothese angefertigt werden soll.
- Sollten beim Scannen Schwierigkeiten auftreten, können Ärzte einen Standardabdruck anfertigen und entweder den Abdruck oder das Modell scannen.
- Den Biss mithilfe eines Wachsbissrandes registrieren und einen 360°-Extraoral-Scan des Wachsrandes erstellen
- Nachdem Sie den Wachsabdruckring erhalten haben, führen Sie ihn in den Mund des Patienten ein, um einen präzisen Abdruck der Zahnstellung zu erhalten.
- Tragen Sie eine kleine Menge Duschgel auf den Rand des Gebisses auf, um eine klare Kontur und Präzision zu erzielen.
- Markieren Sie den Bissraum deutlich mit den Lachfalten, den Eckzahnlinien und den Mittellinien des Patienten.
- Füge blaue Mousse hinzu, um den Biss zu betonen.
- Es wird dringend empfohlen, Fotos vom Patienten zu machen:
- Der Kopf ist nach vorne geneigt, der Patient lächelt ganz natürlich, während der Wachsbissring eingesetzt ist
- Zwei Profilfotos (jeweils von einer Seite), auf denen der Patient mit eingesetztem Wachsbissring natürlich lächelt
- Ein Frontalaufnahme des Patienten, möglichst mit eingesetzten Wangenretraktoren und einem Wachsbissring
- Halten Sie den Fall bereit und scannen Sie die Prothese
- Wählen Sie den Zahnbogen (oder die Zahnbögen) aus, für den (die) eine Vollprothese angefertigt werden soll.
- Wenn Sie einen Zahnbogen (oder mehrere Zahnbögen) mit Wachsbissschienen scannen, wählen Sie im Popup-Menü „Zahnersatz“ aus.
- Führen Sie einen 360°-Extraoral-Scan der Wachsbissränder durch
- So nehmen Sie eine Bissregistrierung vor:
- Wenn Sie einen Einzelkiefer scannen, scannen Sie mit einem Wachsbissring im Mund (vom Backenzahn bis zur Mittellinie) und blauer Mousse.
- Wenn Sie einen Doppelkiefer scannen, scannen Sie beide Zahnbögen in Okklusion außerhalb des Mundes (vollständiger Zahnbogen von Molare zu Molare) mit blauem Mousse.
Verwendung von Wachsrändern in Prothesenbehältern
Ganz gleich, ob Sie analoge oder digitale Zahnmedizin praktizieren – Wachsringe sind ein wesentlicher Bestandteil der Bissregistrierung bei Vollprothesen.